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METERUS® in der Praxis

Die SVO Energie GmbH in Celle hat sich frühzeitig den Herausforderungen der Zukunft gestellt und ein Pilotprojekt gestartet, das ihren Kunden schon heute ermöglicht, die Vorteile von intelligenten Zählern zu nutzen.

Wie viel Strom habe ich gestern verbraucht? Ist mein Gasverbrauch im letzten Monat gestiegen? Wie viel macht es in Zahlen aus, wenn ich mein tägliches Vollbad durch eine Dusche ersetze? Fragen wie diese können Kunden der SVO Energie ganz leicht im Internetportal des Unternehmens abklären. Die Idee ist klar: Je detaillierter jemand über sein Energieverhalten Bescheid weiß, desto eher kann er es steuern. Mit dieser Idee kam die SVO in Jahr 2007 zur EVB Energy Solutions, die daraufhin in Celle das Smart-Metering-System METERUS® installierte.

Entscheidung für den Einsatz von METERUS®
Damit die SVO-Kunden ihre tagesaktuellen Zählerstände online einsehen können, mussten zunächst die vorhandenen analogen Zähler gegen moderne Smart Meter getauscht werden. Grund: Analoge Geräte für Strom, Gas und Wasser können ihre Zählerstände nicht automatisiert übertragen. Digitale Geräte sind im Vergleich dazu regelrechte Tausendsassas; sie können Zählerstände in sehr kurzen Intervallen automatisch erfassen und übertragen. Konkret entschied sich die SVO für den METERUS® Stromzähler der EVB, da er eine Vielzahl an Funktionen und Möglichkeiten zur Datenübertragung bietet. Ein Beispiel: METERUS® kann nicht nur anschaulich die verschiedenen Tarifmodelle abbilden, die von der SVO angeboten werden, der Smart Meter bietet darüber hinaus, aufgrund seiner vier Tarifregister, auch noch sehr viel Raum, neue Tarifmodelle zu entwickeln.

Mehr als nur die Anforderungen des EnWG erfüllen
Dies ist nicht zuletzt im Hinblick auf das Energiewirtschaftgesetz (EnWG) insofern wichtig, als dass das Gesetz bezüglich der Elektrizitätsversorgung vorschreibt, dass bis zum 30. Dezember 2010 Tarife eingeführt sein müssen, die dem Kunden einen Anreiz bieten, Energie einzusparen und seinen Energieverbrauch bewusst zu steuern. Für die Versorgung mit Gas erwarten Experten in den nächsten Jahren eine ähnliche gesetzliche Regelung. Gedacht ist an lastvariable, z. B. eine Flatrate mit Leistungsbegrenzung, oder tageszeitabhängige Tarife, die der Kunde nach seinem persönlichen Stromverbrauch wählt. Mit METERUS® hat die SVO dafür bereits heute die technischen Voraussetzungen. Neu aufgenommen in das EnWG wurde darüber hinaus ein Wahlrecht für den Endverbraucher, was die Abrechnungsintervalle betrifft (§ 40 II S. 2). Verbraucher haben nun die Wahl, monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich abgerechnet zu werden. Obwohl der Gesetzestext derzeit noch offen lässt, ob diese Wahlfreiheit mit zusätzlichen Kosten verbunden sein darf (immerhin erhöht sich bei monatlicher Abrechnung der Verwaltungsaufwand nicht unbeträchtlich), ist damit Experten zufolge wohl kaum zu rechnen. Auch in diesem Punkt gilt: Diese Vorschriften für die Versorgung mit Elektrizität werden sicherlich bald allgemein auf die Versorgung mit netzgebundener Energie ausgedehnt werden. So oder so: Lastvariable oder tageszeitabhängige Tarife, kurze Abrechnungsintervalle und lnformationstransparenz über den tatsächlichen Energieverbrauch erfordern eine Vielzahl von Messwerten aus kurzen Messintervallen. Dies leistet Smart Metering problemlos.

Vorteile für die SVO-Kunden
Doch die Vorteile, die der Smart Meter den SVO-Kunden bringt, sind nicht nur Zukunftsmusik. Schon heute zeigt der Zähler auf seinem digitalen Display nicht nur den Zählerstand, sondern auch die aktuelle Stromabnahme des Haushalts. Der Kunde erkennt so auf einen Blick, wie stark sein Energieverbrauch steigt, wenn er dieses oder jenes Gerät einschaltet. Ebenso kann er kontrollieren, ob unbekannte Verbraucher aktiv sind oder wie hoch der Verbrauch seiner Geräte im Standby-Betrieb wirklich ist. Damit die Kunden ihre Verbrauchswerte auch detailliert analysieren können, wird der Zählerstand täglich vom Stromzähler zur METERUS® Middleware übertragen. Diese Übertragung findet automatisch statt. Dazu benötigt der Stromzähler keine zusätzlichen Leitungen oder Telefonverbindungen, er überträgt die Daten kostenneutral über die Stromleitung. Zusätzliche Geräte wie Modems oder Router als auch weitere Montagearbeiten sind für diese Datenübertragung also nicht erforderlich. Das senkt die Betriebskosten des Stromzählers merklich.

Multi Utility (zusätzliche Anbindung von Gas- und Wasser)
Besonders interessant an dem Celler Projekt ist auch, dass die Verbrauchstransparenz beim Strom nicht aufhört. Auch die Zählerstände der Gas-und Wasserzähler werden zur METERUS® Datenbank übertragen und zwar über den Stromzähler. Möglich macht dies eine standardisierte M-Bus-Schnittstelle, an die Zähler der anderen Sparten zur Übermittlung ihrer Zählerstände an den Stromzähler angeschlossen werden können. Hier galt es im Projekt eine besondere Herausforderung zu lösen. Denn nicht immer waren Strom-, Gas- und Wasserzähler in unmittelbarer Nähe montiert, und die Kabelverbindung zwischen den Zählern hätte nur durch bauliche Maßnahmen am Objekt realisiert werden können. Deshalb entschied sich die SVO dafür, im Bedarfsfall eine Funkverbindung zwischen den einzelnen Zählern einzusetzen, die flexibel genug ist, die Gas- und Wasserzähler verschiedener Hersteller an den Stromzähler anschließen zu können.

Einsatz des Funkmoduls
Die Entwicklung dieses Funksystems übernahm die Hydrometer GmbH aus Ansbach. Das Unternehmen bietet seit Jahren erfolgreich innovative Wasserzähler an und ist Experte auf dem Gebiet der funkgestützten Datenübertragung von Energiezählern. In Zusammenarbeit mit der EVB wurde der neue Funkempfänger "M-Bus-Receiver E" entwickelt, der es dem METERUS® Stromzähler ermöglicht, kabellos die Zählerstände von vier weiteren Zählern zu empfangen und die Daten an die METERUS® Middleware zu übertragen. Über die METERUS® Schnittstelle können dann verschiedene Anwender, je nach Berechtigung, auf die Zählerdaten zugreifen.

SVO-Internet-Kundenportal
Sobald sich ein Kunde im Internet-Kundenportal der SVO anmeldet, wird seine Berechtigung geprüft, auf bestimmte Zählerdaten zugreifen zu dürfen. Ist er berechtigt, werden ihm anhand der Gerätenummer des jeweiligen Zählers seine konkreten Verbrauchswerte im Portal angezeigt . "Unsere Kunden erhalten durch die neue Smart-Metering-Technologie einen doppelten Vorteil. Durch die Visualisierung des eigenen Verbrauchsverhaltens können sie zum einen ihren Verbrauch gezielter senken. Und zum anderen sind zum Ablesestichtag keine Terminvereinbarungen, das Betreten der Wohnungen oder Verbrauchschätzungen mehr notwendig." Aber auch die SVO profitiert von dem neuen System. "Von der Zählerstandserfassung vor Ort bis zur Verbrauchsabrechnung können jetzt alle Prozesse automatisiert ablaufen", zeigt sich Helmut Mitschke, Projektverantwortlicher bei der SVO, vom Smart Metering überzeugt. "Ein weiterer großer Vorteil von METERUS® ist, dass es uns durch die Lieferung von tagesgenauen Daten Kundenberatung, Lieferantenwechselprozesse und Energiemengenbilanzierungen erleichtert."

Ziel des Pilotprojekts
Das Pilotprojekt soll zeigen, welche der neu entwickelten Dienstleistungen der SVO Energie sich durchsetzen; Visionen gibt es in Celle jedenfalls genug. So könnte die SVO anhand von Smart-Metering-Daten den Kunden ganz konkret Möglichkeiten aufzeigen, wo und wie sie Energie sparen. Oder ihnen Tarife anbieten, die auf ihr individuelles Verbrauchsverhalten abgestimmt sind. Fest steht: Smart Metering bietet einem Energieversorger ein handfestes Instrument, seine Position im Wettbewerb um den Kunden zu stärken.

www.svo.de

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